© Stadtarchiv Bregenz

Südtiroler Siedlungen

Ein bedeutender und bleibender städtebaulicher Eingriff war der Bau der Südtiroler Siedlungen während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im Juni 1939 vereinbarten die beiden Diktatoren Benito Mussolini und Adolf Hitler, dass sich die Südtiroler bis Ende des Jahres zu entscheiden hatten, ob sie ins Deutsche Reich auswandern oder in Italien bleiben wollten. Viele Südtiroler wanderten damals aus.

Zur Vorgeschichte: Der Friedensvertrag von St. Germain, den die Siegermächte des Ersten Weltkriegs 1919 mit Österreich geschlossen hatten, bestimmte den Brenner als Grenze zwischen Österreich und Italien. Damit fielen das Trentino und Südtirol an Italien. Als Benito Mussolini 1922 in Italien die Macht ergriff, setzte die „Italianisierung“ Südtirols ein. Dabei ging es darum, die zu etwa 80 Prozent deutschsprachigen Südtiroler ihrer Identität zu berauben und sie zu Italienern zu machen. Die deutschen Ortsnamen wurden durch italienische ersetzt, die deutsche Sprache wurde aus dem Schulunterricht verbannt und Italienisch als einzige Amtssprache eingeführt.

1936 gingen Benito Mussolini und Adolf Hitler, beide inzwischen politisch völlig isoliert, eine Allianz ein, sie bildeten die „Achse Berlin-Rom“. Der sogenannte Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurde von vielen Südtirolern begeistert aufgenommen, da sie nun hofften „heim ins Reich“ geholt zu werden. Doch Hitler erklärte noch im selben Jahr die Brenner-Grenze als unantastbar. Im Mai 1939 schlossen das Deutsche Reich und Italien ein Militärbündnis, aus der „Achse“ wurde der „Stahlpakt“. In der Südtirol-Frage kam es nun rasch zu einer Einigung: Die Südtiroler konnten sich bis zum 31. Dezember 1939 entscheiden, ob sie für das Deutsche Reich oder Italien optieren wollten, ob sie also deutsche Reichsangehörige oder Italiener ohne jegliche Minderheitenrechte werden wollten. Zehntausende optierten fürs Deutsche Reich.

Bereits im November 1939 begannen in Bregenz die Bauarbeiten für die Siedlungen, in denen die Südtiroler Optanten leben und wohnen sollten. Es entstanden 49 Häuser an der Rheinstraße und 106 Häuser zwischen der Reutegasse und der Bahntrasse mit insgesamt 811 Wohnungen. Im September 1945 waren 2.699 Südtiroler im ehemaligen Groß-Bregenz (mit Lochau und Kennelbach) gemeldet.

Thomas Klagian

Standort

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Südtiroler Siedlung

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