© Tiroler Landesarchiv

Sennhof

Der Sennhof war der landwirtschaftliche Großbetrieb des Klosters Mehrerau. Er lag in einiger Entfernung vom Kloster im Bereich der heutigen Kreuzung Vorklostergasse/Heldendankstraße. Um den Hof herum lagen die drei gewaltigen Braiggen, wie im Mittelalter die großen Felder einer Grundherrschaft hießen. Daran erinnert auch der Straßenname „In der Braike“.

Die drei Sennhof-Felder hießen Erabraigge, Holzbraigge und Seebraigge. Die Erabraigge lag dem Erawäldele zu, die Holzbraigge lag beim Klosterholz, also beim Mehrerauer Wald, und die Seebraigge lag Richtung See. Auf der Seebraigge breitet sich heute das Quellenviertel aus. Diese drei Braiggen wurden im Dreifelderbetrieb bebaut. Im jährlichen Wechsel wurde ein Feld mit dem vor dem Winter gesäten Wintergetreide (Roggen und Dinkel) bestellt und eines mit dem nach dem Winter gesäten Sommergetreide (Hafer, Hirse und Gerste). Das dritte Feld lag brach und diente als Weide. Das Kloster bewirtschaftete die Braiggen nicht immer selbst, sondern gab sie ganz oder teilweise zu Lehen aus, also zur Leihe unter bestimmten Bedingungen. In der Nähe der Braiggen lag die große Steinbühel-Bündt, die Viehweide des Klosters, denn der Sennhof war auch der Mehrerauer Viehhof. Der Flurname Sennbühel bei der Citytunnel-Ausfahrt erinnert noch an die Mehrerauer Viehweide. Dort stand auch das Gasthaus Sennhof, das freilich nicht mit dem Mehrerauer Gutshof gleichen Namens identisch war.

Thomas Klagian

Standort

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