© Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek

Schendlingen

Schendlingen bestand ursprünglich aus einem einzelnen Bauernhof, der dem Kloster Mehrerau gehörte. Dieser Hof war auf drei Seiten vom einstmals viel größeren Mehrerauer Wald umgeben. Nur auf der vierten Seite, gegen Süden, war Ackerland. Der Hof hieß früher „Schendlisgut“, „Schendlis“ oder „Schendler“. „Schendli“ ist ein heute verschollener Familienname, der frühestens dem 13. Jahrhundert angehört.

Schendlingen, das im Jahr 1438 als „Schendlisgut“ erstmals urkundlich aufscheint, war ein Lehen des Klosters Mehrerau. Schendlingen gehörte nicht nur zum Kloster, sondern es gehörte ihm buchstäblich. Die Mehrerau vergab einen Gutteil ihrer Besitzungen als Lehen, also zur Leihe unter bestimmten Bedingungen. Schendlingen war ursprünglich ein Walderblehen. Der Inhaber konnte die Liegenschaft zwar vererben und veräußern, wenn er aber den Notzins nicht an einem bestimmten Tag entrichtete, verlor er sein Gut. Zudem war er die Zinssteuer schuldig und den besten Fall. Der beste Fall war eine Art Erbschaftssteuer. Starb der Inhaber des Guts, war das beste Stück Vieh als Abgabe zu entrichten. In Schendlingen wurde der Todfall noch im 15. Jahrhundert durch einen Geldzins ersetzt. Schendlingen wurde um 1600 in ein Schupflehen umgewandelt, was eine Schlechterstellung bedeutete. Der Zins war hoch, und das Lehen konnte nach dem Tod des Inhabers eingezogen und nach Belieben neu vergeben werden.

Die Aufhebung des Klosters Mehrerau im Jahr 1806 beendete die jahrhundertelange Verbindung. 1808 wurden das Vorkloster, zu dem Schendlingen gehörte, Rieden, die Fluh und Kennelbach zur Gemeinde Rieden zusammengefasst. 1809 gehörten zu Schendlingen zwei Häuser, die etwa im Bereich der Einmündung der Ammianusstraße in die Schendlingerstraße standen.

Thomas Klagian

Standort

Galerie

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Schendlingen, 1960

Schendlingen, 1960

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Schendlingen, um 1960

Schendlingen, um 1960

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Schendlingen, um 1965

Schendlingen, um 1965

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Schendlingen, 1971

Schendlingen, 1971

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