© Curt Huber

Riedner Tunnel

Wo einst das „Wälderbähnle“ fuhr, bewegen sich heute Tag für Tag Hunderte Radfahrerinnen und Radfahrer. Und das praktisch mit der gleichen Reisegeschwindigkeit wie die Bregenzerwaldbahn, wenn nicht sogar mit einer noch höheren.

Am 14. Juli 1980 löste sich bei Kennelbach ein riesiger Felsen und begrub das Gleis der „Wälderbahn“ unter mehreren Tausend Kubikmetern Gestein. Das war der Anfang vom schrittweisen Ende der Bregenzerwaldbahn. Als im Jahr 1982 der Bahnbetrieb im Stadtgebiet von Bregenz endgültig eingestellt wurde, begannen die Überlegungen der Stadtverantwortlichen zur Nachnutzung der Gleistrasse. Diese verläuft quer durch das Stadtgebiet und verbindet mehrere Stadtteile miteinander. Das Herzstück dieser Verbindungsachse bildet noch heute der Riedner Tunnel, der auch maßgeblich dazu beiträgt, die Höhenunterschiede zwischen der oberen und unteren „Platte“ in Bregenz zu überwinden.

Schnell war klar, dass sich die Gegebenheiten bestens für eine innerstädtische und schnelle Radwegverbindung eignen. Nach nur kurzer Diskussion in den städtischen Gremien wurde die Freigabe zum Umbau erteilt. Schon Mitte der 1980er-Jahre konnte die Trasse für den Radverkehr freigegeben werden. Noch heute bilden dieser Radweg im Allgemeinen und der Riedner Tunnel im Speziellen das Rückgrat des Bregenzer Radwegnetzes. Die Untertunnelung der Arlbergstraße bietet Radfahrenden (und auch Fußgängerinnen und Fußgängern) eine optimale und direkte Verbindung zwischen zwei ansonsten stark voneinander getrennten Stadtteilen. Die Weiterführung des Radwegs bis zum Bahnhof bzw. bis ins Stadtzentrum wurde sukzessive vorangetrieben und ist heute eine der wichtigsten und schnellsten Querverbindungen im Bregenzer Stadtgebiet. Apropos schnell: Vergleicht man die Reisegeschwindigkeit der damaligen Bregenzerwaldbahn mit heute, dann legen Radfahrerinnen und Radfahrer – nicht zuletzt wegen der wachsenden Anzahl von Elektrofahrrädern – dieselben Strecken in gleicher Zeit oder sogar noch schneller zurück. Die Muskelkraft ist in diesem Fall dem mechanischen Vortrieb überlegen. Ohne die zukunftsweisende Entscheidung, die Trasse der Bregenzerwaldbahn und den Riedner Tunnel in einen Radweg umzuwandeln, hätte das Bregenzer Radwegnetz nicht die heutige Qualität erreichen können.

Clemens Gössler

Standort

Galerie

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Riedner Tunnel, 1901

Riedner Tunnel, 1901

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Riedner Tunnel, 1912

Riedner Tunnel, 1912

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Riedner Tunnel, 1925

Riedner Tunnel, 1925

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Fahrradtunnel, Riedner Tunnel

Fahrradtunnel, Riedner Tunnel

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Radwegverbindung Rieden-Vorkloster

Radwegverbindung Rieden-Vorkloster

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