© Stadtarchiv Bregenz

Reute

Die Reute geht auf eine Rodung des Klosters Mehrerau zurück. Reuten oder Roden bedeutet: ein Stück Land urbar machen, indem man Bäume fällt, Gebüsch und Sträucher entfernt und die Wurzelstöcke ausgräbt. Während Schendlingen von einem einzelnen Siedler gerodet wurde, entstand die Reute in einem länger andauernden Ausbau, der wohl im 13. Jahrhundert begonnen hatte.

1809 gehörten 11 Häuser zur Reute, sieben waren ehemalige Lehen des Klosters Mehrerau, sechs davon lassen sich bis 1585 zurückverfolgen. Da die Reute aus einzelnen Höfen bestand, die relativ weit auseinanderlagen, liegt die Vermutung nahe, dass die Reute nicht durch einen Gründungsakt entstanden, sondern allmählich gewachsen ist. Die Reute war genau genommen kein Weiler, sondern eine Gruppe von Einzelhöfen. Die erste urkundliche Nennung eines Hofes, der zur Reute gehörte, datiert aus dem Jahr 1431. Dieser Hof lag „im Klosterholz“, also im Mehrerauer Wald, der früher viel größer war. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Rodung damals noch nicht abgeschlossen war.

Die Reute gehörte nicht nur zum Kloster Mehrerau, sondern sie gehörte ihm buchstäblich. Das Kloster vergab einen Gutteil seiner Besitzungen als Lehen, also zur Leihe zu bestimmten Bedingungen. Ursprünglich waren es sogenannte Walderblehen. Die Inhaber konnten ihre Liegenschaften zwar vererben und veräußern, wenn sie aber den Notzins nicht an einem bestimmten Tag entrichteten, verloren sie ihre Güter. Zudem waren sie die Zinssteuer schuldig und den besten Fall. Der beste Fall war eine Art Erbschaftssteuer. Starb der Inhaber eines Bauernguts, war das beste Stück Vieh als Abgabe zu entrichten. Diese Walderblehen wurden um 1600 in Schupflehen umgewandelt, was eine Schlechterstellung bedeutete. Der Zins war hoch und die Lehen konnten beim Tod des Inhabers eingezogen und nach Belieben neu vergeben werden.

Die Aufhebung des Klosters Mehrerau im Jahr 1806 beendete die jahrhundertelange Verbindung. 1808 wurden das Vorkloster, zu dem die Reute gehörte, Rieden, die Fluh und Kennelbach zur Gemeinde Rieden zusammengefasst.

Thomas Klagian

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