© Stadtarchiv Bregenz

Feldmoos

Die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg drängte zur Nutzung aller verfügbaren Flächen. Das so gut wie unverbaute Gebiet des Feldmoos bot sich an, auch wenn der Flurname Feldmoos nicht gerade auf ideale Bodenverhältnisse hinwies. In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden dort etliche Mehrfamilienhäuser errichtet.

Die Geländemulde des Feldmoos verdankt ihre Entstehung Vorgängen, die schon sehr lange zurückliegen, nämlich etwa 10.000 Jahre. Während der Schlussvereisung der letzten Eiszeit wurde am Riederstein ein Teil des Rheingletschers abgetrennt und in die Feldmoosmulde gedrückt. Der Gletscher blieb am Talgrund liegen und versperrte allen Fließgewässern am östlichen Gletscherrand den Abfluss. Im Bereich des Ölrains entstand ein Eisstausee, in den die am Fuß des Gebhardsbergs fließende Bregenzerach ihren Schotter absetzte. Auf diese Weise entstand zwischen den Gletscherzungen, die in der Bregenzer Bucht und in der Feldmoosmulde lagen, die Terrasse des Ölrains. Als das Eis abschmolz, grub sich die Bregenzerach ihr Bett im Bereich ihres heutigen Verlaufs. Bei Hochwasser lagerte sie im Feldmoos und Weidach Kies und Sand ab, was abdämmend wirkte. So bildete sich im Feldmoos auf Lehmuntergrund ein Stillwasserbereich. Wo der Lehmuntergrund das Wasser staute, entstand ein Moorkomplex, der eine artenreiche Flora und Fauna aufwies. Um 1900 galt das Feldmoos als einzigartiges Naturjuwel, das geschützt werden sollte.

Landwirtschaftlich wurde das Feldmoos lange Zeit kaum genutzt, es wurde lediglich einmal im Jahr zur Gewinnung von Streu für die Stallungen gemäht. Erst in den 1930er-Jahren wurde das Feldmoos durch die Verlegung von Drainagen großflächig und planmäßig entwässert. Für das einzigartige Moorbiotop bedeutete dieses Entwässerungsprojekt das Ende.

Der Startschuss für die Verbauung des Feldmoos fiel 1937, als drei Grünlandparzellen im Ausmaß von rund 25.000 Quadratmetern in 32 neue Parzellen aufgeteilt wurden. Die ersten Bauprojekte wurden zu Beginn der 1950er-Jahre in Angriff genommen. Da man die problematischen Bodenverhältnisse unterschätzt hatte, kam es bei vielen Bauten zu Absenkungen und Gebäudeschäden.

Thomas Klagian

Standort

Galerie

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Feldmoos, um 1930

Feldmoos, um 1930

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Feldmoos, um 1930

Feldmoos, um 1930

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Feldmoos, um 1950

Feldmoos, um 1950

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Feldmoos, um 1950

Feldmoos, um 1950

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Feldmoos, 1960

Feldmoos, 1960

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Feldmoos, 1960

Feldmoos, 1960

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Feldmoos, 1969

Feldmoos, 1969

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Feldmoos, 1969

Feldmoos, 1969

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