© Curt Huber

Erstes Hochhaus

In den 1950er- und 1960er-Jahren galt Vorarlberg als Wirtschaftswunderland, als der sprichwörtliche „Goldene Westen“. In Bregenz waren die Kriegsschäden inzwischen längst beseitigt, und die Wirtschaft florierte. Es herrschte Hochstimmung, nichts schien diese Phase der Prosperität stoppen zu können. Und hoch hinaus wollte man auch im Wohnbau. Im Jahr 1958 konnte das erste Hochhaus von Bregenz an der Rheinstraße 49 bezogen werden.

Ende der 1960er-Jahre rechnete man damit, dass die Bregenzer Bevölkerung von damals 24.000 Einwohnern bis 1990 auf 40.000 bis 45.000 Einwohner wachsen würde. Da diese Menschen irgendwo wohnen mussten, der verfügbare Platz aber begrenzt war, schien der Bau von Hochhäusern als probates Mittel, dieser Bevölkerungsexplosion Herr zu werden. Zudem galt das Hochhaus als Sinnbild der Modernität und Urbanität, als Ausdruck der wirtschaftlichen Blüte. Dem ersten Hochhaus von 1958 folgten in Bregenz noch rund 20 weitere Hochhäuser, die leider (zumeist) ohne städteplanerisches Konzept und ohne Rücksicht auf den Standort hochgezogen wurden. Der Hochhausboom hielt bis in die frühen 1970er-Jahre an. Noch 1975 verwies man in der Broschüre „Bregenz baut“ voller Stolz auf das jüngst errichtete Metrohochhaus. Mit 17 Stockwerken war es damals das höchste Gebäude der Stadt. Und das Metrohochhaus ist bis heute das höchste Gebäude geblieben, denn mit der Ölpreiskrise 1973 kam die Rezession – und die positive Stimmung schlug um. Das Hochhaus wurde nun zum Sinnbild der menschlichen Hybris, die – wie der Turmbau zu Babel gezeigt habe – zum Untergang führe. Der Hochhausboom war zu Ende. Das Raumplanungsgesetz und restriktive Bebauungspläne trugen das Ihre dazu bei.

Thomas Klagian

Standort

Galerie

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1958

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1960

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