© Stadtarchiv Bregenz

Böckle

Im Frühjahr 2009 wurde das ehemalige Unfallkrankenhaus Böckle abgerissen, für viele Jahrzehnte erste Anlaufstelle für alle, die im Bregenzer Raum verunfallt waren. Das „Böckle“ stand auf geschichtsträchtigem Boden. Wie wir heute wissen, breitete sich auf dem Böckle-Areal zur Römerzeit ein Teil des Militärlagers aus. Mitten durch das Lager führte die Hauptstraße, eine Schotterstraße, deren hölzerner Unterbau ins Jahr 43 nach Christus datiert werden konnte.

Zurück zum Unfallkrankenhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Dr. Rudolf Böckle das Lazarett, das im Sanatorium Mehrerau untergebracht war, als Unfallabteilung weiter. Dr. Böckle war der Neffe und ein Schüler von Dr. Lorenz Böhler, dem berühmten Pionier der modernen Unfallchirurgie. Als das Sanatorium die Betten selbst benötigte, fasste Dr. Böckle den Plan, ein eigenes Unfallkrankenhaus zu errichten. Die finanziellen Mittel für den Bau und den Baugrund steuerte Böckles Schwiegervater bei, der begüterte Landwirt Engelbert Brändle, der zudem mit seiner Gattin Maria für das Unternehmen bürgte.

Mit der Planung des Unfallkrankenhauses wurde Willibald Braun beauftragt, der im Spitalbau einige Erfahrung vorweisen konnte. Baubeginn war im März 1949, Inbetriebnahme am 1. August 1950 und die feierliche Einweihung am 23. April 1951. Zweimal, 1953 und 1968, wurde das Unfallkrankenhaus vergrößert und erweitert, 1972 wurde ein neuer Operationssaal eingerichtet, damals der größte des Landes.

Nach dem frühen Tod Dr. Böckles im September 1963 leitete Dr. Robert Hämmerle das Unfallkrankenhaus. 1978 ging die Spitalsführung an den Sohn des Gründers, den 1942 geborenen Dr. Peter Böckle. 1991 übernahm das Land Vorarlberg das Unfallkrankenhaus Bregenz. Das „Böckle“ – so hieß das Haus in Bregenz seit jeher – wurde nach Eingliederung des Bregenzer Stadtspitals in den Verband der Landeskrankenhäuser 1992 als Unfallchirurgische Abteilung des Landeskrankenhauses Bregenz organisatorisch integriert. 2005 übersiedelte das „Böckle“ – mit Mann und Maus, mit der gesamten Belegschaft und den Patienten – in seine neue Heimat, ins Landeskrankenhaus Bregenz in der Carl-Pedenz-Straße.

Heute steht auf dem Böckle-Areal die Wohnanlage Brändlepark mit 62 Wohnungen, darunter 30 für betreutes Wohnen. Der namensgebende Park ist der Landeshauptstadt Bregenz unter der Bedingung geschenkt worden, dass die Anlage als Grünraum erhalten und öffentlich zugänglich gemacht werden müsse.

Thomas Klagian

Standort

Galerie

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Unfallkrankenhaus Böckle, 1955

Unfallkrankenhaus Böckle, 1955

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Unfallkrankenhaus Böckle, 1968

Unfallkrankenhaus Böckle, 1968

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Unfallkrankenhaus Böckle, 1974

Unfallkrankenhaus Böckle, 1974

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Brändlepark, Josef-Huter-Straße

Brändlepark, Josef-Huter-Straße

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Brändlepark, Josef-Huter-Straße

Brändlepark, Josef-Huter-Straße

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Brändlepark, Josef-Huter-Straße

Brändlepark, Josef-Huter-Straße

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