© Stadtarchiv Bregenz

An der Ach

Nach Verlassen des Achtals bei Kennelbach mäanderte die Bregenzerach jahrhundertelang in einem breiten Bett zwischen zahlreichen Kiesbänken dem See zu. In regenarmen Zeiten oft nur ein Rinnsal, konnte die Bregenzerach im Frühjahr während der Schneeschmelze mächtig anschwellen. Bei Hochwasser wurde sie zu einem reißenden Strom und überschwemmte das Weidach und vor allem die linksseitig angrenzenden Wiesen, Weingärten, Äcker und Felder.

Als Ende des 15. Jahrhunderts das Klima merklich kühler wurde, die Regenfälle zunahmen und sich Überschwemmungen häuften, einigten sich die Hofsteiggemeinden Wolfurt, Schwarzach und Hard, die Stadt Bregenz und das Kloster Mehrerau als größter Grundbesitzer auf die Modalitäten der Achwuhr. Dieser Vertrag war die Grundlage für die sogenannte Achwuhrkonkurrenz, die über Jahrhunderte hinweg regelte, wer für die Uferschutzbauten zuständig war und wie die Kosten aufzuteilen waren.

Erst im Zuge der Errichtung des Elektrizitätswerks Rieden durch die Kennelbacher Textilfirma Jenny und Schindler (heute VKW) 1891 wurde die Bregenzerach zwischen Kennelbach und der Lauteracher Brücke reguliert. Der bereits bestehende Werkskanal wurde um 1.300 Meter verlängert und das Bett der Bregenzerach etwa auf gleicher Strecke um 200 Meter nach Südwesten verlegt. Auch ein Hochwasserdamm musste errichtet werden, um das Kraftwerk zu schützen. In den Jahren 1925/26 wurde die Bregenzerach im Abschnitt von der Lauteracher Brücke bis zur Achmündung reguliert. Die Regulierung stieß nicht bei allen auf Gegenliebe. Die begradigte Bregenzerach grub sich ein tieferes Bett und senkte so den Grundwasserspiegel. Viele Lauteracher Hausbrunnen versagten deshalb ihren Dienst. Die einst kräftig fließenden Quellbäche des Vorklosters, der Bilgeribach (Schlattbach), der Suppersbach und der Kaltenbach versiegten fast vollständig.

Unter dem Motto „Fünf Gemeinden – ein Fluss“ kümmern sich Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach und Wolfurt heute gemeinsam um die Bregenzerach. Es geht dabei nicht nur um den Hochwasserschutz, sondern auch um den Erhalt der einzigartigen Naturlandschaft.

Mehr Informationen: Fünf Gemeinden – ein Fluss

Thomas Klagian

Standort

Galerie

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An der Ach, Weidach, 1822

An der Ach, Weidach, 1822

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Links im Vordergrund E-Werk Rieden (heute VKW), um 1905

Links im Vordergrund E-Werk Rieden (heute VKW), um 1905

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Werkskanal VKW, Lauteracher Brücke, um 1916

Werkskanal VKW, Lauteracher Brücke, um 1916

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Kloster Riedenburg, um 1925

Kloster Riedenburg, um 1925

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An der Ach, 1963

An der Ach, 1963

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