© Stadtarchiv Bregenz

Am See

Den vorläufigen Abschluss des Seeanlagenkais bildete noch zu Beginn der 1920er-Jahre eine halbkreisförmige offene Plattform, die zwischen dem Sporthaus (Wirtshaus am See) und dem heutigen Festspielhaus lag. Hier erfolgte der fließende Übergang von der domestizierten zur freien, ungebändigten Natur.

Auf dem Areal des heutigen Stadions dehnte sich die Benger-Wiese aus, benannt nach dem gleichnamigen Trikotwarenhersteller. Auf dieser Wiese wurde Fußball gespielt und geturnt. Wenn ein Zirkus in der Stadt gastierte, stellte er hier seine Zelte auf. Auch das Militär hielt auf diesem Gelände seine Übungen ab, weshalb die Örtlichkeit auch „Kleiner Exerzierplatz“ genannt wurde. Etwas westlich der Benger-Wiese stand hart am See die Rhomberg‘sche Dampfsäge. Lokale Berühmtheit erlangte der Betrieb durch den ersten Bregenzer „Strike“. Am 28. April 1890 legten die Säger, Blockzieher und Trifter die Arbeit nieder.

Von der Dampfsäge bis zur Achmündung, früher ein weit gefächertes Flussdelta, breitete sich eine Au- und Schilflandschaft aus, wie sie heute nur noch im Naturschutzgebiet zu finden ist. Bis zur Regulierung der Bregenzerach durchzogen das Vorklöstner Seeufer einige glasklare Quellbäche. Die größten waren der Bilgeribach (Schlattbach), der Suppersbach und der Kaltenbach. Von diesen Wasserläufen sind nur Rinnsale übrig geblieben. Die regulierte Bregenzerach grub sich ein tieferes Bett, was den Grundwasserspiegel gesenkt hat. Die Mündung des Bilgeribachs zählte zu den beliebtesten Ausflugspunkten und war eines der Lieblingsmotive des Bregenzer Malers Rudolf Wacker. Noch vor hundert Jahren glaubten die Vorklöstner, der Bilgeribach entspringe am Bildsteiner Berg. Er werde wie ein natürlicher Düker unter der Bregenzerach in den Mehrerauer Wald geführt, um von dort in den See zu fließen.

In den 1920er-Jahren begannen einige Bootsbesitzer aus dem Vorkloster, an der Mündung des Suppersbachs ihre Boote unterzubringen. Sie gründeten 1935 eine Interessensgemeinschaft mit dem Zweck, dort geeignete Anlagen für die Vertäuung zu errichten. Das war gewissermaßen der Startschuss für den Bau des Yachthafens, den der Yacht Club Bregenz lancierte. Der Yachthafen wurde 1969 eröffnet, ein Jahr später folgte der Sport- und Motorboothafen.

Im Nahbereich der Achmündung spielte früher der Kiesabbau eine wichtige Rolle. Von 1931 bis 1953 führte dort das Schotterwerk Wocher & Co. aus Langenargen Baggerungen durch. So entstand der nach diesem Unternehmen benannte Wocherhafen.

Thomas Klagian

Standort

Galerie

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Suppersbach, Kloster Mehrerau, 1913

Suppersbach, Kloster Mehrerau, 1913

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Rhomberg'sche Dampfsäge, um 1916

Rhomberg'sche Dampfsäge, um 1916

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Rhomberg'sche Dampfsäge, um 1916

Rhomberg'sche Dampfsäge, um 1916

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Plattform zwischen heutigem Festspielhaus und Wirtshaus am See, um 1916

Plattform zwischen heutigem Festspielhaus und Wirtshaus am See, um 1916

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Suppersbach, um 1916

Suppersbach, um 1916

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Bilgeribach, um 1916

Bilgeribach, um 1916

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Bilgeribach, Zichorienfabrik, um 1916

Bilgeribach, Zichorienfabrik, um 1916

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Kloster Mehrerau, 1938

Kloster Mehrerau, 1938

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Am See, 1938

Am See, 1938

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Kloster Mehrerau, Sport- und Motorboothafen, Yachthafen, 1969

Kloster Mehrerau, Sport- und Motorboothafen, Yachthafen, 1969

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Kloster Mehrerau, Yachthafen, 1971

Kloster Mehrerau, Yachthafen, 1971

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Bregenzerachmündung, 1971

Bregenzerachmündung, 1971

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Am See, Yachthafen, 1971

Am See, Yachthafen, 1971

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Am See, 1976

Am See, 1976

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